Persönlichkeiten des Vereins
Willi Dercks
Willi Dercks Willi Dercks wurde am 2.9.1941 in Münster geboren. Geflügel begleitete den Sohn eines Eisenbahnbeamten von frühester Jugend an: zwar waren die im Stall hinter dem väterlichen Haus in der Telgter Altstadt gehaltenen Schweine stets weitaus bedeutsamer für den Speisezettel der Familie Dercks als die Hühner. Doch einen kleinen Hühnerstall gab es im elterlichen Garten eben auch. Der war Zwerg-Wyandotten vorbehalten, und mit diesen knüpfte Willi Dercks dort erste Kontakte zur Rassegeflügelzucht.
Ebenso wichtig war jedoch der Dachboden des erwähnten Stalls: dort war Platz für einen kleinen Taubenschlag. In den 1950er und 60er Jahren gehörte Willi Dercks' Leidenschaft auch dem Brieftaubensport - so mancher Sommernachmittag ging im kleinen Hof unterhalb des Schlages mit gespanntem Warten auf die heimkehrenden Tauben dahin.

Familiengründung und der Umzug ins (damalige) Neubaugebiet Vogelsiedlung in Telgte brachten einige wenige "geflügellose" Jahre. Doch Mitte der 1970er Jahre war es wieder soweit: ein Garten in der Nachbarschaft samt Stall wurde gepachtet. Als das Hühnerhaus wieder "bewohnbar" war, zogen als erste vier Hybridhennen ein - der Eier wegen. Sie bekamen bald Gesellschaft: In den bald erweiterten Ausläufen tummelten sich stets mehrere Hühnerrassen, seit 1976 jedoch stets Westfälische Totleger.

Mit den Westfälischen Totlegern hatte sich Willi Dercks für eine seinerzeit stark bedrohte alte Hühnerrasse entschieden. Es war nicht einfach, an Tiere zu kommen und Willi entschied sich für den damals zahlenmäßig noch stärker vertretenen silbernen Farbenschlag. Die Rasse wurde sein Markenzeichen: in den darauf folgenden 30 Jahren konnte er erleben, wie die Westfälischen Totleger in Bestandsgröße, räumlicher Verbreitung und auch qualitativ große Fortschritte machen. Nicht wenige der heute in der ganzen Bundesrepublik vorhandenen Zuchten gehen auf Tiere aus der Telgter Linie zurück.

Eine zweite, über Jahrzehnte gepflegte Leidenschaft galt den schwarzen Zwerg-Wyandotten. "Die kleinen Schwarzen" wie sie im Sonderverein der Züchter schwarzer Zwerg-Wyandotten liebevoll genannt werden, hatten sich lange Zeit ihren festen Platz in seinem Züchterherz erobert; erst in den letzten Jahren konzentrierte er sich ausschließlich auf Westfälische Totleger. Das Engagement für diese Rasse führte Willi Dercks schließlich auch zu seinen größten züchterischen Erfolgen: ein Blaues Band in Hannover gehörte ebenso dazu wie ein silberner Siegerring, als 2005 der BDRG-Siegerringwettbewerb auf Westfälische Totleger ausgeschrieben wurde. Beides bestätigte gleichermaßen die vorhandene Qualität der Zucht wie auch sein Vermögen zur kritischen Auswahl der Zuchttiere. Seit jeher vertrat Willi Dercks die Auffassung, lieber mit einer kleinen Auswahl von sehr guten Tieren eher wenige Jungtiere zu züchten als erst möglichst große Mengen "Zuchtmaterial" als Basis heranzuziehen, um auf jeden Fall "auf der sicheren Seite" zu sein.

Schon als Junge trat Willi Dercks in den Ortsverein der Rassegeflügelzüchter ein. Seit 1952 gehörte er dem RGZV Telgte und Umgebung an. Von 1969 bis 1996 fungierte er als Jugendobmann des Vereins, von 1996 bis 2007 war er 1. Vorsitzender des Telgter Vereins. Weitere Aufgaben in der Organisation der Rassegeflügelzüchter übernahm er zudem als langjähriger Kreisjugendobmann im Kreisverband Münster und Umgebung. Dem Sonderverein der Züchter des Westfälischen Totlegerhuhns gehörte Willi Dercks seit Mitte der 1970er Jahre an. Auch hier übernahm er in den 1990er Jahren den Vereinsvorsitz, den er bis zu seinem Tod innehatte. Bundes- und Landesverband der Rassegeflügelzücher zeichneten Willi Dercks mit ihren Ehrenadeln aus, eine besondere Anerkennung erfuhr er 2005, als der LV Westfalen-Lippe ihn zum Ehrenmeister der Rassegeflügelzucht ernannte.

Trotz des rapiden Verlaufs seiner schweren Krankheit ging Willi Dercks das Jahr 2007 zunächst wie gewohnt an. Einige Wochen nachdem er die Zuchtstämme für den Totleger-Nachwuchs zusammengestellt hatte, verstarb er am 19. Januar 2007.
Willi Dercks
Hubert Heßling
Adolf Koska
Dr. Springensguth

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